Die deutsche Musik- und Musicalkultur hat viele Gemeinsamkeiten mit der internationalen populären Kultur, aber auch eine eigenständige Entwicklung. Einer der Gründe für die Übereinstimmungen ist die Sprachbarriere. Das hört sich jetzt seltsam an, ist es jedoch gar nicht.

Populäre Musicals auf Deutsch

Es begann eigentlich in den späten 50er-Jahren, als Künstler begannen, internationale Hits auf Deutsch zu singen. Allen voran natürlich Peter Kraus, der selbst 2018 mit Sugar Baby live auf der Bühne die Hüften schwang. Als Musicals von der relativ seichten Unterhaltung dann Ende der 1960er zu ernsteren Themen wechselten, war es nötig, diese auch ins Deutsche zu übersetzen. So wurden Hair oder Jesus Christ Superstar komplett in Deutsch aufgeführt. Dieser Weg wurde auch weiter beschritten, als die Mega-Musicals international einen Boom auslösten. Cats, Starlight Express oder auch Das Phantom der Oper kamen alle in deutscher Sprache in die Musiktheater der Republik. Auch wenn es einige Kritiker gab, gibt der Erfolg ohne Wenn und Aber den Produzenten recht.

Deutsche Eigenproduktionen

Da Musicals ein hohes Budget verschlingen, lohnt es sich für Produzenten kaum, ein deutsches Musical zu finanzieren. Es gibt aber auch Ausnahmen. Eine davon bildet Bully Herbig, der seinen Erfolgskomödie Der Schuh des Manitu als Musical ins Theater brachte, statt einen zweiten Teil zu produzieren.

Ein weiteres Musical, das man in Hamburg sehen konnte war Ich war noch niemals in New York von Sänger und Komponist Udo Jürgens. Allerdings muss man ehrlicherweise sagen, dass es sich hierbei eher um ein Best of Udo Jürgens handelt, das mit einer recht seichten Handlung ausgestattet ist. Dennoch kam es beim Publikum so gut an, dass es nach der ersten Spielzeit, die drei Jahre dauerte. mittlerweile viermal neu aufgelegt wurde. Seit dem Jahr 2019 gibt es das Musical sogar als Kinofilm, in dem unter anderen Heike Makatsch, Moritz Bleibtreu und Uwe Ochsenknecht in den Hauptrollen zu sehen sind.